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Wochentipp für Online-Händler

Steuern im Online Handel: Darauf sollten Sie achten!

Steuern im Online Handel

Sie sind Online-Händler? Dann haben Sie ein Gewerbe angemeldet. Mit dieser Gewerbeanmeldung sind steuerliche Pflichten verbunden. Gerade, wer erst seit Kurzem im eCommerce unterwegs ist, tut sich nicht immer leicht mit den Steuergesetzen und rechtlichen Bestimmungen. Damit Sie zukünftig wissen, welche Steuern Sie überhaupt zahlen müssen, sollten Sie jetzt weiterlesen.

Steuern im eCommerce: Umsatzsteuer – ja oder nein?

Gewerbetreibende müssen in der Regel Umsatzsteuer von Ihren Kunden erheben und diese dann an den Fiskus abführen. Hier gibt es aber eine Ausnahme:

Wenn Sie zu Beginn Ihrer Tätigkeit als Online-Händler noch nicht so hohe Umsätze erzielen, kommt für Sie im Umsatzsteuerrecht die sogenannte Kleinunternehmerreglung in Betracht. Als Kleinunternehmer gilt, wer im Jahr der Unternehmensgründung, beziehungsweise im vorangegangenen Kalenderjahr einen Gesamtumsatz von nicht mehr als 17.500 € und im laufenden Kalenderjahr ein Gesamtumsatz von voraussichtlich nicht mehr als 50.000 € erzielen wird.

Nehmen Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, stellen Sie an Ihre Kunden Rechnungen über den Bruttowert aus. Sie machen demnach keine Angaben zur Umsatzsteuer. In allen anderen Punkten muss Ihre Rechnung umsatzsteuerliche Anforderungen erfüllen.

Einstufung als Kleinunternehmer nach § 19 UStG hat folgende Konsequenzen:

  1. Für eigentlich steuerpflichtige Umsätze muss keine Umsatzsteuer in den Rechnungen ausgewiesen werden.
  2. Bürokratie bleibt erspart, da keine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt erfolgen muss.
  3. Leistungen können billiger angeboten werden im Vergleich zu umsatzsteuerpflichtigen Konkurrenten.
  4. Nachteil: Als Kleinunternehmer kann man den Vorsteuerabzug nicht nutzen.

Die Kleinunternehmerregelung ist eine Vereinfachungsregel, bei der der Fiskus auf die Abführung der Umsatzsteuer verzichtet. Sie haben die Wahl, wenn Sie die oben genannten Umsatzgrenzen einhalten. Erscheint die Kleinunternehmerregelung vorteilhaft, zum Beispiel, weil bei Ihnen kaum Vorsteuerbeträge anfallen, wenden Sie sie an.

Wollen Sie dagegen auf den Vorsteuerabzug nicht verzichten und nehmen dafür mehr Verwaltungsarbeit sowie auch die Nettoabrechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer gegenüber dem Kunden in Kauf, wählen Sie die Regelbesteuerung. Ihre Wahl ist an dieser Stelle für 5 Jahre bindend.

Gewerbesteuer für Online-Händler: Das „wo“ spielt eine große Rolle

Diese Gewerbesteuer ist von Ihrem Umsatz und Ihrem Standort abhängig. Sie fließt den Kommunen zu. Dabei legt jede Gemeinde einen Gewerbesteuerhebesatz für sich fest. Deshalb kommt darauf an, wo Sie Ihr eCommerce als Gewerbe angemeldet haben.
Es wird im Online Handel vielleicht oft spontan an einem Standort mit der Tätigkeit begonnen, ohne an die Gewerbesteuer zu denken. Hier kann eine entsprechende Planung bei der Standortwahl Vorteile bei der Gewerbesteuer bringen, wenn man sich eine Gemeinde mit einem geringeren Steuersatz aussucht.

Außerdem steht bundesweit ein Freibetrag in Höhe von 24.500 € zur Verfügung. Die Gewerbesteuer wird deshalb erst auf Gewerbeerträge erhoben, die 24.500 € übersteigen. Daneben werden Beträge bis zu 72.500 € teilweise über einen Staffeltarif noch begünstigt. Diese Freibeträge gelten nicht für Kapitalgesellschaften.

Die Berechnung der Gewerbesteuer ist eine komplexe Angelegenheit, bei der das Finanzamt bestimmte Beträge, die den Gewinn mindern, hinzurechnet. Oft sind diese Hinzurechnungen über beispielsweise Mieten, Pachten und Lizenzen zwischen Fiskus und dem Gewerbetreibenden streitig. Für die meisten Online Händler wird das Thema zumindest anfangs nicht relevant, weil hier nochmals ein Freibetrag über 100.000 € allein für die Hinzurechnungen gilt. Wer sehr erfolgreich im Online Handel aufgestellt ist, für den kann sich später gerade für die Gewerbesteuer eine kompetente steuerliche Beratung lohnen.

Die Einkommensteuer – Vorauszahlungen können zur Falle werden

Die meisten Online Händler sind sich bewusst, dass Sie Einkommensteuer bezahlen müssen. Dabei unterschätzen aber gerade Anfänger im eCommerce, was passiert, wenn sie etwa im 2. Jahr kräftig Umsatz machen. War das Finanzamt oft ganz zu Beginn mit der Erhebung von Vorauszahlungen aufgrund einer unsicheren Einnahme-Situation noch großzügig und verzichtete auf Vorauszahlungen, kann sich das mit der nächsten Steuererklärung schlagartig ändern. Da müssen oft nicht nur Steuern nachgezahlt, sondern auch noch nachträgliche Vorauszahlungen für das laufende Jahr entrichtet werden. Hier droht schnell eine finanzielle Krise. Deshalb gilt es hier daran zu denken, rechtzeitig Rücklagen zu bilden und gegebenenfalls bei sich nach unten verändernden Einnahmen die Vorauszahlungen im laufenden Jahr bei Finanzamt anpassen zu lassen.

Wie ist das mit der Buchführung im Online-Handel?

Als Gewerbetreibender ist der Online Händler zur ordnungsgemäßen Buchführung verpflichtet. Diese Pflicht sollte nicht vernachlässigt werden, weil eine nicht ordnungsgemäße Buchführung vom Fiskus verworfen werden kann. Dann wird der Umsatz geschätzt und fällt nicht selten erheblich höher aus als tatsächlich erwirtschaftet.

Es gibt inzwischen viele Online Angebote, die die Buchführung auch für Laien einfach machen. Wer neu im Online Handel ist, möchte vielleicht am Anfang noch kein Geld im Steuerbüro lassen und profitiert deshalb von Online Lösungen sowie entsprechenden Programmen. Deren Einsatz hängt aber davon, dass sich der Online Händler ein wenig mit dem Thema Buchführung auseinandersetzt. Im Zweifelsfall gehört die wichtige Materie doch in die Hände eines Steuerberaters, besonders, wenn der Online Handel an Umfang zunimmt.

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